Miesmuscheln im All: Neues Experiment jetzt gestartet!

Hier bereitet Astronautin Samantha Cristoforetti das Biolab für das Experiment Triplelux-B vor. Foto: ESA / NASA

Hier bereitet Astronautin Samantha Cristoforetti das Biolab für das Experiment Triplelux-B vor. Foto: ESA / NASA

Mit dem Experiment Triplelux-B, das am 19.03. gestartet wurde, untersuchen die Astronauten an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) – und zwar anhand der Zellen von Miesmuscheln – in welchem Umfang das Immunsystem in der Schwerelosigkeit schwächelt.

Vorbereitet hat das Muschel-Experiment die TU Berlin – zusammen mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).Zum Hintergrund: Die Muscheln wurden bereits im Herbst 2014 Handverlesen im Sylter Watt: Dr. Sonja Brungs vom DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin hatte sie dort eigenhändig gesammelt, deren Blut untersucht und bis zum Start ins All versorgt. Nur die fittesten Muscheln wurden schließlich eingefroren und im Januar auf die Raumstation geflogen.

Was passiert im Biolab? Zellen der Miesmuschel werden der Schwerelosigkeit ausgesetzt, um die anschließenden Veränderungen des Immunsystems zu untersuchen. Hierfür wurden bereits vorab die Fresszellen der Miesmuscheln isoliert und mit Hefezellen vermischt. Diese sollen die Fresszellen dazu animieren, Eindringlinge, Bakterien & Co. zu vernichten. Wie das Immunsystem auf die Feinde reagiert, wird mit dem Farbstoff Luminol mess- und sichtbar gemacht: Fressen und verdauen die Muschelzellen die Eindringlinge, setzen sie dabei radikale Sauerstoffverbindungen frei die auf das Luminol reagieren und schließlich zu leuchten beginnen.

Parallel kämpfen auch in den irdischen Laboren des DLR-Instituts Muschelzellen gegen Hefezellen – das ist wichtig für eine aussagekräftige Vergleichsmessung.

Übrigens: Beinahe hätte eine Panne an Bord dafür gesorgt, dass aus dem von langer Hand geplanten Experiment nichts geworden wäre. Und ein defekter Rauchsensor im Forschungsmodul Columbus und falsche Messwerte wären dafür verantwortlich gewesen, wenn das Haltbarkeitsdatum der tiefgefrorenen Muschelzellen abgelaufen wäre. Aber: noch mal gut gegangen! Los, Ihr Miesmuscheln, werdet zu Helden der Raumfahrt und der Forschung im All!