ISS-History: „Columbus Modul“

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Lest hier, was es zum Thema „Columbus Modul“ zu wissen gibt!

Bereits im Jahre 1985 entwickelte die Europäische Weltraumbehörde (ESA) Pläne für ein Raumlabor der Internationalen Raumstation. Das Wissenschaftslabor Columbus sollte der größte Beitrag der ESA für die ISS werden.

Entwicklung und Finanzierung

Um die Kosten bei dem Projekt Columbus relativ gering zu halten, verwendete man für alle Flugkonfigurationen möglichst gleiche Teile, beispielsweise Druckzylinder und PC. Bei den Ersatzteilen hingegen wurden viele Geräte, die in die Systeme der NASA integriert sind, (Video, Intercom), als Common Items vorgesehen.

Geplant waren für Columbus zunächst drei Flugkonfigurationen: das Attached Pressurized Module (APM), die freifliegende Experimentalplattform Man Tented Free Flyer (MTFF) und eine Plattform auf einem polaren Orbit (PPF). Dabei blieb es jedoch nicht.

Die hohen Kosten für die Produktion und Lieferung der drei Flugkonfigurationen und ihrer Bodengeräte aus dem Angebot von der Firma MBB-ERNO im Jahre 1989, überstiegen die zunächst nur geschätzten Kosten um mehr als 50 Prozent. Schließlich blieb nur das Pressurized Module (APM) übrig, das den Namen Columbus erhielt. In einem separaten Vertrag wurden die Einzelheiten der polaren Plattform festgehalten. Um die Entwicklung innerhalb Europas mehr zu fördern, reduzierte die ESA die Commonality mit den Geräten der NASA. Steigende Entwicklungskosten und ein reduziertes Ersatzteillager für die ganze Station waren die Folge davon.

Um die Entwicklung des Raumlabor Columbus optimal betreuen zu können, wurde im Jahre 1994 das Unternehmen Eurocolumbus gegründet. Die drei Unternehmen DASA (Deutschland), Alenia (Italien) und Matra (Frankreich) waren daran beteiligt. Der Hauptsitz befand sich in Bremen, der Nebensitz in Turin. Das Konzept bewährte sich jedoch nicht sodass bereits 1995 ein Hauptauftragnehmer die Umsetzung von Columbus übernahm.

Am 28. März 1996 erteilte die Europäische Weltraumbehörde ESA den offiziellen Auftrag für Columbus. EADS Astrium Space Transportation aus Bremen bekam den Zuschlag für den Endausbau von Columbus. Die Verantwortung für das Wissenschaftslabor Columbus wurde zwischen Italien und Deutschland aufgeteilt. Die italienische Firma Alenia Spazio lieferte die tragende Struktur, die sich optisch an dem Mehrzwecklogistikmodul der Internationalen Raumstation orientierte. Wie sich jedoch später zeigte, wirkte sich diese Teilung nachteilig auf die Kosten und den Zeitplan des Programms aus.

880 Millionen Euro wurden für das Wissenschaftslabor der Internationalen Raumstation inklusiver der Testeinrichtungen vereinbart.

Rund 1,5 Millionen Euro investierte die Europäische Weltraumbehörde in das Weltraumlabor.

Die offizielle Übergabe

Das Wissenschaftslabor Columbus wurde am 2. Mai 2006 offiziell an die Europäische Weltraumbehörde übergeben. Am 28. Mai brachte ein Airbus Beluga das Modul zum US-amerikanischen Kennedy Space Center (KSC) in Florida. Columbus erreichte das KSC zwei Tage später am 30. Mai.

Das Space Shuttle Atlantis startete mit dem Raumlabor Columbus am 7. Februar 2008 zur Internationalen Raumstation. Vier Tage später, am 11. Februar 2008, koppelten die beiden Astronauten Stanley Love und Rex Walheim das Modul an den Verbindungsknoten Harmony an. Der Außenbordeinsatz dauerte dabei mehr als sieben Stunden.

Trotz erfolgreicher Montage, konnte Columbus zunächst noch nicht sinnvoll eingesetzt werden, da die Besatzung mit den Wartungsarbeiten noch völlig ausgelastet war. Das änderte sich mit der ISS Expedition 20, die am 29. Mai die Raumstation erreichte. Drei weitere Astronauten verstärkten ab sofort das Team, sodass Columbus ihren regulären Betrieb aufnehmen konnte.