„Die Astronautin“: Finalistinnen stehen fest

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„Die Eurofighter-Pilotin Nicola Baumann und die Meteorologin Insa Thiele-Eich ziehen ins Finale des Projekts „Die Astronautin“. Eine der beiden darf als erste Deutsche zur ISS. Projektleiterin Claudia Kessler spricht im heute.de-Interview über Rollenbilder und die Aufgaben von Frauen im All.

heute.de: Frau Kessler, warum machen Sie sich für Frauen im Weltall stark?

Claudia Kessler: Es war schon als Kind mein Traum, Astronautin zu werden. Ich war nur immer zur falschen Zeit im falschen Alter. Jedes Mal wenn es eine Ausschreibung gab, war ich noch zu jung oder schon zu alt. Inzwischen leite ich eine Personalagentur für Raumfahrtingenieure und kenne viele hochqualifizierte Frauen, doch die meisten Stellen sind immer noch mit Männern besetzt. Als dann 2014 Alexander Gerst ins All flog, habe ich mir gesagt: „Jetzt wird es aber Zeit, dass eine Frau dran ist.“ Das war der Anfang unseres Projekts „Die Astronautin“.

heute.de: Woran liegt es, dass noch nie eine Frau aus Deutschland ins All geflogen ist?

Kessler: Vor unserer Privatinitiative habe ich viele Briefe an die Europäische Raumfahrtorganisation ESA und ans Deutsche Zentrum für Luftfahrt- und Raumfahrt (DLR) geschrieben und die Antwort war in der Regel: „Ja, wir fänden es auch gut, wenn eine deutsche Frau ins All fliegen würde, aber wir finden keine.“ Tatsächlich hat sich bei der letzten Auswahl der ESA keine Kandidatin durchsetzen können. Eine Rolle spielt sicher auch, dass hierzulande Frauen seltener technische Berufe ausüben als Männer und dass das Familienmodell nach wie vor konservativ gelebt wird. Das habe ich aktuell von vielen Astronautinnen-Bewerberinnen gehört. Dabei dachte ich immer, als meine Tochter geboren wurde, war es exotisch, dass mein Mann zuhause blieb. Offenbar hat sich in den letzten 20 Jahren nichts verändert. Das ist schon sehr schockierend.

heute.de: Sie haben mit Ihrem Projekt also mehr im Sinn?

Kessler: Ja, wir brauchen einfach ein starkes Rollenvorbild für Mädchen und junge Frauen. (…)“

Vollständiges Interview, geführt von Anne-Marie Arend, erschienen am 19. April 2017 auf heute.de

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