Deutsche Astronautin für die Internationale Raumstation

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„Deutschland auf der Suche nach der Astronautin von Morgen:

Die Internationale Raumstation (ISS), der Mond, der Mars – Nicola Baumann hat viele Ideen, wohin ihre nächste Reise gehen könnte. Eine davon könnte in einigen Jahren wahr werden. Für die Deutsche ist die ISS rund 400 Kilometer über der Erde nur noch wenige Schritte entfernt.

Zur Zeit trainiert sie nahe Moskau für einen möglichen Einsatz im Jahr 2020. Die 32-jährige Kampfpilotin aus Köln ist eine Kandidatin des Projekts «Die Astronautin». Das Unternehmen HE Space will – privatfinanziert – die erste Deutsche für eine Kurzmission zur Raumstation schicken. Die gesamte Finanzierung ist von Crowdfunding abhängig und bei weitem noch nicht vollständig gesichert.

Rund 400 Wissenschaftlerinnen, Ingenieurinnen und Pilotinnen hatten sich anfangs beworben. Letztlich siegten Baumann und die Meteorologin Insa Thiele-Eich, die Pionierarbeit leisten wollen: Bislang sind elf deutsche Männer im Weltall gewesen – aber noch noch nie eine deutsche Frau.

Ab Mitte August werden die beiden Frauen Parabelflüge, Training in der Zentrifuge und weitere Tests absolvieren: Das Programm für die potenziellen deutschen Astronautinnen in Swjosdny Gorodok, auf deutsch «Sternenstädtchen», nahe Moskau ist hart. Das ist in dem kleinen Vorort der russischen Hauptstadt Routine. Für Baumann ist es ein Geschenk: «Ich freue mich wie ein Kind auf Weihnachten», sagt sie der Deutschen Presse-Agentur in Moskau.

In dem russischen Ausbildungszentrum bereitete sich der Kosmonaut Juri Gagarin, der erste Mann im Weltraum, ebenso auf seinen Einsatz vor wie der Deutsche Alexander Gerst. Und auch die erste Frau im All, die Kosmonautin Walentina Tereschkowa, trainierte vor ihrer Mission im Jahr 1963 hier.

Danach dauerte es lange, bis Frauen wieder von Moskau aus Richtung All starteten. Bislang steckten die Russen nur vier Frauen in Raumanzüge. Der Kosmonaut Pawel Winogradow betonte noch vor wenigen Jahren: «Das Arbeiten im All ist körperlich schwere Arbeit – selbst für starke Männer». Für Frauen sei das sicherlich noch komplizierter, sagte er. (…)“

 

Artikel erschienen auf stern.de.

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