Deutsche Astronauten an Bord der ISS

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An Bord der Internationalen Raumstation (ISS) waren bislang 60 Missionen zu Gast. Überwiegend US-amerikanische Raumfahrer traten den Weg ins All an, doch auch die drei deutschen Astronauten Thomas Reiter, Alexander Gerst und Hans Wilhelm Schlegel befanden sich darunter.

Thomas Reiter

Am 23. Mai 1958 in Frankfurt am Main geboren, brach Thomas Reiter am 4. Juli 2006 als erster deutscher Astronaut zur ISS auf. Nach einer zweitägigen Flugreise mit dem Space Shuttle Discovery, kam Reiter bei der Raumstation an. Mit seiner Ankunft auf der ISS wurde er automatisch zum Mitglied der 13. Langzeitbesatzung, auch ISS-Expedition 13 genannt. Vier Wochen nach seiner Anreise unternahm er mit seinem amerikanischen Kollegen einen Außeneinsatz. In dem sechsstündigen Einsatz nahmen die beiden Astronauten alle nötigen Wartungsarbeiten und Reparaturen vor. Thomas Reiter verbrachte insgesamt 166 Tage an Bord der ISS und trat am 22. Dezember 2006 den Rückweg an. Inzwischen leitet Thomas Reiter die neue Direktion für bemannte Raumfahrt und Betrieb der ESA in Darmstadt. Damit trägt er die Verantwortung der europäischen Einsätze auf der Internationalen Raumstation.

Hans Wilhelm Schlegel

Hans Wilhelm Schlegel wurde als zweiter deutscher Raumfahrer am 20. Juli 2006 für die 39. Mission ausgewählt. Geboren am 3. August 1951 in Berlingen (Rheinland-Pfalz), arbeitete Schlegel zunächst im Astronautenbüro des Johnson Space Center der NASA und absolvierte dort die Ausbildung zum Missionsspezialisten. Darüber hinaus arbeitete der deutsche Raumfahrer in der Abteilung für die Internationale Raumstation. Zudem übernahm er als CapCom ab 2002 zusammen mit anderen Astronauten den ISS-Funkverkehr. Teilweise hatte er dabei auch eine leitende Funktion inne. Am 7. Februar 2008 flog Schlegel als Missionsspezialist mit dem Space-Shuttle-Flug STS-122 zur ISS. Die Aufgabe dieser Mission bestand darin, mit dem Space Shuttle Atlantis das ESA-Raumlabor Columbus zur Internationalen Raumstation zu bringen und sie dort zu montieren und anschließend in Betrieb zu nehmen. Während seines 13-tägigen Aufenthalts, hatte er einen fast siebenstündigen Außenbordeinsatz. Nach seiner Rückkehr aus dem All kehrte Hans Schlegel wieder an das Johnson Space Center der NASA zurück. Dort bereitet er als leitender Astronaut der ESA die künftigen Mannschaften auf ihre Missionen auf der Internationalen Raumstation vor.

Alexander Gerst

Als dritter deutscher Raumfahrer trat Alexander Gerst am 28. Mai mit Sojus TMA-13M seine Reise zur ISS an. Geboren am 3. Mai in Künzelsau, gehörte der Missionsspezialist zu den ISS-Expeditionen 40 und 41. Zusammen mit seinem Kollegen Reid Wisemann unternahm er am 7. Oktober 2014 einen mehr als sechsstündigen „Space Walk„. Dabei verlegten die beiden Astronauten neue Kabel für den Greifarm und setzten eine kaputte Kühlpumpe um. Nach seinem 164-tägigen Aufenthalt an Bord der Internationalen Raumstation, kehrte Gerst am 10. November 2014 zur Erde zurück. In mehreren anschließenden Tests wurde nach seiner Ankunft die Anpassungsfähigkeit seines Körpers auf die Schwerelosigkeit im All und die Schwerkraft auf der Erde getestet. Am 13. Januar 2015 erhielt Alexander Gerst von Bundespräsident Joachim Gauck das Bundesverdienstkreuz erster Klasse. Ausgezeichnet wurde er für seine wissenschaftliche Arbeit sowie sein engagiertes Mitwirken auf der Raumstation. Am 5. März 2015 wurde zudem ein Asteroid nach ihm benannt: (190617) Alexandergerst. Der Generaldirektor der Europäischen Raumfahrtagentur ESA teilte am 18. Mai 2016 mit, dass Alexander Gerst für einen zweiten Flug zur Internationalen Raumstation eingeplant ist. Gersts Langzeitmission soll von April bis November 2018 dauern. Für drei Monate soll er, als erster Deutscher und zweiter Westeuropäer, auch die Funktion des Kommandanten übernehmen. Der Flug soll mit dem Raumschiff Sojus MS-09 erfolgen. Mission: Horizons.