Das Weltraumjahr 2014

Bild: nasa.gov

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Das Jahr 2014 war ein beeindruckendes Jahr für die deutsche Raumfahrt. Nicht zuletzt wegen ihm: Alexander Gerst. Seine sechsmonatige Mission auf der internationalen Raumstation ISS war weltweit ein Thema.

Im medizinischen Forschungszentrum Envihab in Köln wurde Alexander Gerst zugleich als erster Astronaut überhaupt direkt im Anschluss an seine Rückkehr aus dem All untersucht. Ein weiteres Highlight des zurückliegenden Weltraumjahres war die erste Landung einer Sonde auf einem Kometen – die sogenannte Mission „Rosetta“.

Die Erde aus der WeltraumperspektiveAlexander Gerst liefert Aufnahmen aus dem All

Das Jahr 2014 wird für Alexander Gerst unvergessen bleiben. Zehn Jahre nachdem mit Thomas Reiter der letzte deutsche Astronaut an einem Weltraumflug zur ISS teilnahm, trat der 39-Jährige in dessen Fußstapfen und flog als insgesamt elfter Deutsche ins All. Mit einem aufsehenerregenden Nachstart flog Gerst am 28. Mai 2014 an Bord der russischen Sojus-Rakete vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan zur ISS. Begleitet wurde er auf der ISS-Expedition 40 und 41 von dem Russen Maxim Surajew und dem US-Amerikaner Reid Wisemann. Gersts Mission im Weltraum trug den Titel „Blue Dot“ – in Anlehnung an das Foto „Pale Blue Dot“, das die Erde aus der Entfernung als „blassblauen Punkt“ zeigt. Sein Einsatz auf der ISS dauerte insgesamt 166 Tage. In dieser Zeit umrundete er die Erde mehr als 2.500 Mal und betreute dabei wissenschaftliche Experimente. Als Höhepunkt seines Aufenthaltes stieg der deutsche Astronaut in den freien Kosmos aus. Mit seinen Fotos von Städten und Landschaften aus dem All hat der Weltraumastronaut nicht nur für Aufsehen gesorgt, sondern gleichzeitig Emotionen geweckt. Dank der modernen Technik war es ihm möglich aus der Weltraumperspektive mit einer speziellen Kamera Aufnahmen zu machen, und den Menschen auf der Erde via Internet zumindest einen kleinen Eindruck davon zu vermitteln, wie die Erde von oben aussieht. Nach seiner Rückkehr am 10. November wurde Alexander Gerst zu Recht als „Überflieger“ gefeiert. „Wenn man weiß, dass zwischen sich und der Erde nichts ist als das Visier des Raumanzugs, ist das eine tolle Sache”, schwärmt der Geophysiker im Anschluss an seine Weltraum-Mission.

Das Forschungszentrum Envihab gilt als irdisches Schwesterlabor zur ISS

Nach seiner Rückkehr aus dem Weltraum wurde Alexander Gerst als erster Astronaut überhaupt direkt im modernen medizinischen Forschungszentrum Envihab in Köln untersucht. Die Behandlung erfolgte dort durch ein Ärzteteam der ESA. Untersucht wurde, wie sich sein Organismus nach seine schwerelosen Aufenthalt im Weltall wieder an die irdische Schwerkraft anpasst. Das 3.500 Quadratmeter große Forschungszentrum Envihab wird als irdisches Schwesterlabor der ISS bezeichnet. Hier können unter anderem die Isolationsbedingungen während Langzeit-Raummissionen simuliert werden.

Nach zehn Jahren Vorlauf ist die Mission „Rosetta“ geglückt

Auch wenn die ISS-Expeditionen 40 und 41 eindeutig das Highlight des Weltraumjahres waren, so sorgte die erfolgreiche Mission „Rosetta“ zum Kometen „67P/Tschurjumow-Gerassimenko“ (kurz Tschuri) nach zehn Jahren Vorlauf nicht minder für Aufsehen. Von Experten wird diese Mission gar mit einer Mondlandung verglichen. Ziel dieser Mission ist es, den Wissenschaftlern neue Erkenntnisse und Perspektiven zur Entstehung des Sonnensystems und des Lebens auf der Erde zu vermitteln. Dafür hat die mit vielfältigen Sensoren ausgestattete Sonde am 12. November 2014 das Mini-Labor Philae abgesetzt.

Die USA plant die nächste Weltraum-Mission – mit deutscher Beteiligung

Natürlich ist es nicht leicht, so ein erfolgreiches Weltraumjahr aus deutscher Sicht zu wiederholen. Aber die Chancen stehen mehr als gut, dass die deutsche Weltraumwissenschaft auch zukünftig von sich reden lassen wird. Die USA plant in naher Zukunft erneut Astronauten in den Weltraum zu schicken. Mit der Raumkapsel Orion sollen ab 2017 der Mond, der Mars und Asteroiden besucht werden. Für 2020 ist ein bemannter Flug ins All geplant. In diese Pläne ist Deutschland komplett integriert und beteiligt, denn Airbus entwickelt und baut das Service-Modul, dass die Raumkapsel Orion antreibt und mit Nachschub versorgt.